Escrima ist eine in Europa eher unbekannte Kampfkunst, die sich aber zunehmender Beliebtheit erfreut. Grund dafür ist die Vielseitigkeit dieser Kampfkunst.
Der Kampf und die Selbstverteidigung mit Waffen steht im Escrima im Vordergrund, aber ein wacher Geist, innere Gelassenheit und Entschlusskraft sind Ziele, an denen sich unser Unterricht orientiert. Außerdem ist uns die Freude an der Bewegung und am gemeinsamen Lernen und Üben ein wichtiges Anliegen.
Das Training
Escrima ist von jedem erlernbar, unabhängig von Konstitution oder körperlicher Fitness und es sind keine athletischen oder akrobatischen Fähigkeiten nötig, um diese Kampfkunst zu erlernen. Es spielt keine Rolle, in welcher Verfassung Sie sind, einzige Voraussetzung ist, dass Sie etwas Neues lernen möchten.
Die Bandbreite der Waffen, mit denen wir uns im Escrima beschäftigen, erstreckt sich vom kurzen oder langen Stock über das Messer und die Machete bis hin zum Tonfa oder dem mittelalterlichen Zweihandschwert.
Zum Repertoire zählen aber auch Kurz- oder Alltagswaffen, wie der Schlüsselanhänger, das Mobiltelefon und der Kugelschreiber, die in der Selbstverteidigung höchst relevant sind; und nicht zuletzt die bloßen Hände (diese Waffen haben Sie wirklich immer dabei).
Geübt wird vor allem mit dem ca. 63 cm langen Rattan-Stock, der stellvertretend für verschiedene Waffen benutzt wird. Das verbindende Element dieses weiten Spektrums sind die allen Techniken und Strategien zugrunde liegenden Konzepte.
Die Escrima-Konzepte
Das zentrale Konzept ist Balance. Ohne Gleichgewicht (physisches aber auch mentales) sind ökonomische und sichere Bewegungen unmöglich. Hinzu kommt die unbedingte Konzentration auf das Hier und Jetzt, auf sich selbst und auf den Partner/Gegner/Angreifer, auf die eigene Wahrnehmung - kurz: Fokus.
Allerdings wäre Escrima nicht die aktive und dynamische Bewegungskunst die sie ist, wenn die Bewegungen nicht mit Kraft, Timing & Geschwindigkeit ausgeführt werden würden. Das Konzept der Übertragung (Transition) steht für die Anwendung der Escrima-Konzepte auf die unterschiedlichen Waffen und vermittelt auf diese Weise eine, der jeweiligen Waffe entsprechende und angemessene Einstellung, Geisteshaltung und Bewegungsökonomie.

Selbstbehauptung und Selbstverteidigung
In den philippinischen Kampfkünsten, also auch im Escrima, werden bewaffnete und unbewaffnete Selbstverteidigungstechniken trainiert.
Aber: Selbstverteidigung findet zuerst im Kopf statt ...! Die Selbstsicherheit, die aus dem Bewusstsein resultiert, sich im Ernstfall effektiv wehren zu können, erlaubt es geübten Escrimadores eine bedrohliche Situation möglicherweise bereits im Vorfeld ohne den Einsatz seines Könnens zu bewältigen. Durch das erworbene Können erweitert sich also der individuelle Handlungsspielraum - auch im Alltag: Wir lernen zu kämpfen, um nicht kämpfen zu müssen. Falls es aber doch nötig wird sich zur Wehr zu setzen, dann sind wir durch gezieltes Training bestens darauf vorbereitet.
Die Wiederentdeckung von Escrima muss wohl dem verstorbenen Bruce Lee zugeschrieben werden. Durch seine Darstellung des Gebrauches der philippinischen Stöcke in den Filmen „Enter the Dragon“ und „Game of Death“ brachte er die alte Kampfkunst Escrima wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit.
Mehr Informationen
über ESCRIMA finden Sie auf der Webseite der EWTO: www.ewto.de
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